Fichtinger's acustisches Cabinett

Die Sammlung

Hier stellen wir Ihnen ausgewählte Instrumente der Sammlung Fichtinger vor.
Fichtinger's acustisches Cabinett
Flötenuhr: Baujahr ca. 1800.
Es ist etwas eigenartig Ergreifendes, die Musik einer gut restaurierten Flötenuhr zu hören, die richtigerweise "Orgeluhr" oder "Pfeifenmusikuhr" genannt werden müsste. Handelt es sich doch dabei - wie bei der Drehorgel - um ein kleines Orgelwerk mit mechanischer Traktur, Gebläse und Pfeifen, im Aufbau ähnlich einer Kirchenorgel. Der Unterschied liegt letztlich darin, dass nicht unmittelbar von Menschenhand gespielt wird, sondern das Instrument durch eine mit Stiften und Bögen versehene Walze gesteuert wird.

Der Kunst des Walzenstechers war es überlassen, von dem künstlerischen Spielraum Gebrauch zu machen, den der Komponist dem Spieler seiner Zeit als selbstverständlich zubilligte, ohne dies in der Notenschrift festzuhalten. So finden sich auf Walzen oftmals sehr kompliziert gesetzte Musikstücke, die "von Hand" nicht reproduzierbar sind.

Musikuhren mit Pfeifen sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt, doch war die Blütezeit zweifellos die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und hielt noch bis nach 1850 an. Was uns von diesen Werken bis heute erhalten blieb, gilt daher oftmals als Dokument zeitgenössischer Musikgestaltung. Bedeutende Komponisten der Zeit haben Kompositionen für Flötenuhren verfasst: Von Ludwig van Beethoven sind 3 Stücke für Flötenuhren erhalten, ebenso von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn, von dem bis heute nicht weniger als 32 Kompositionen für mechanische Orgelwerke bekannt sind.

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